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"No Worries!" - Studieren und Arbeiten in Australien
26.02.2010 09:30
Tristan Foenander arbeitet beim Medienunternehmen „crocmedia“ in Melbourne, Australien. Seit sieben Jahren hält der 23-Jährige einen engen Kontakt nach Deutschland und reist immer wieder nach und in Europa. 2003 war er als Austauschschüler im sauerländischen Meschede zu Gast, 2006 kam er mit dem Team der Australischen Nationalmannschaft zur FIFA-Weltmeisterschaft und verfolgte die Spiele hautnah, 2008 „flitzte“ er bei der Tour de France neben Cadel Evans den Anstieg nach L’Alpe d’Huez hinauf.
Nachdem sich Foenander beim Sportradio „1116 SEN“ in Melbourne einen Namen als Reporter der AFL (Australian Football League) gemacht hat und im Presseteam bei den Australian Open arbeitete, ist „crocmedia“ auf ihn aufmerksam geworden. Als junges Mitglied der PR-, Kommunikations- und Mediengesellschaft ist er jetzt als Producer und Sponsorship Koordinator beschäftigt. In seiner Radioshow geht es neben australischem Sport auch um die Bundesliga und die deutsche Nationalmannschaft.
Julian hat Tristan Foenander getroffen und mit ihm über das Studiensystem in Australien, Berufschancen junger Absolventen und die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gesprochen. Tristan, während wir in Deutschland in diesen Tagen im Schneechaos versinken und frieren, sitzt du sicher gerade in der Sonne am Strand. Wie war dein Jahreswechsel? Der Jahreswechsel war für mich eigentlich ruhig. Wir haben an Silvester nicht viel gemacht, nur ein BBQ mit Familien und Freunden. Ich habe aber gehört, dass das Wetter im Moment sehr kalt in Europa ist und bin froh, dass ich am Strand sitzen kann. Es ist aber heute 40 Grad hier in Melbourne! Das klingt gut. Im letzten Jahr hat sich beruflich einiges bei dir getan. Wie schaffst du es zeitlich, Studium und Beruf zu koordinieren? Schließlich bist du "nebenbei" für den Kombinationsstudiengang Media and Communications/Law an der University of Melbourne eingeschrieben. Es ist ziemlich schwer, alles zu koordinieren und ich bin immer sehr beschäftigt. Manchmal während der Fussballsaison (Aussie Rules Football) werde ich 70 Stunden in der Woche arbeiten. Und ich muss auch irgendwann studieren. Ich bin schon seit fünf Jahren an der Uni und kann's kaum erwarten der Dezember 2010 endlich gekommen ist und ich den Abschluss absolvieren kann. Du bist einer der jüngsten in eurem Team. Ist das manchmal ein Problem? In Deutschland haben es Bachelorstudenten nicht immer einfach, in einen Job zu wechseln, da viele Firmen nicht wissen, wie gut ausgebildet BA-Absolventen sind. Es könnte manchmal ein Problem sein, weil es ist schwerer, Respekt von Kollegen und Kunden zu verdienen. Wenn man aber gut arbeitet, finden sie das aber schnell heraus. Es ist hier in Australien genauso wie in Deutschland und es ist kompliziert, einen Job in der heutigen Gesellschaft zu kriegen. Ich denke, dass sich Qualität am Ende durchsetzen kann. Im letzten Jahr gingen viele Studierende auf die Straße und demonstrierten gegen Studiengebühren. Mal ehrlich, wie viel kostet ein Semester bei euch? Uni ist hier in Australien nicht billig. Es gibt aber ein System zwischen Studenten und der Regierung: die Regierung bezahlt die Studiengebühren und wenn man eine gewisse Schwelle erreicht, dann muss man eine kleine Prozentzahl zurückzahlen. Für Geisteswissenschaften bezahle ich hier $4000 (ca. 2660 € für 4 Fächer) sagen. Das kann sich aber sicherlich nicht jeder leisten. Wie machen es Studierende, die weniger Geld in Bildung investieren können? Sie müssen auf gute Noten hoffen und sich sehr anstrengen, sonst können sie nicht immer Geld von der Regierung kriegen und fallen durch das Raster. Das ist hart. Wie in Deutschland gibt es auch bei uns einige Studiengänge, die populärer als andere sind und es ist schwer, dort herein zu kommen. Die Preise dabei variieren nach der Nachfrage. Hast du Verständnis dafür, dass in Europa gegen die Gebühren demonstriert wird? Im Jahr 2008 hast du selbst mal die Universität Münster kennengelernt – was war dein Eindruck? Ja, wir haben an der Uni drüber diskutiert, was in Europa los ist. Wir glauben, dass Uni so viel billiger in Europa ist, dass man es sich leisten kann. Es ist im Leben immer so, dass man sich anstrengen muss. Also kann man nach der Uni auch die Kosten zurückzahlen. Münster ist eine meiner Lieblingsstädte der Welt, weil es eine coole Unistadt ist. Die Universität selbst war gut und die Dozenten zu mir alle freundlich. Du hast den Sprung in das Mediengeschäft geschafft, was sind deine weiteren Ziele? Es wäre schön, im Bereich Fußball weiter zu arbeiten. Ich weiß noch nicht, ob ich Kommentator werden möchte, aber etwas mit Radio, Fernsehen und Regie wär auch gut. Kommt Zeit, kommt Rat. Am 11. Juni beginnt die WM 2010 in Südafrika, wirst du in deiner Sendung darüber berichten? Auf jeden Fall. Wie du weißt, Jul, bin ich ein leidenschaftlicher Fußballfan. Es ist das größte Ereignis der Welt dieses Jahr! Am 13. Juni stehen sich in Durban dann Deutschland und Australien im ersten Gruppenspiel der Gruppe D gegenüber. Schlagen dann zwei Herzen in deiner Brust? Eigentlich nicht. Ich bin ohne Zweifel ein Fan der deutschen Nationalmannschaft, aber wenn sie gegen Australien spielen, ist es für mich ziemlich klar. Die Socceroos sind meine Lieblingsnationalmannschaft hier in Australien und im jeden Spiel ist mein Herz mit ihnen. Nach 90 Minuten kann ich wieder Deutschland unterstützen. Die Deutschen werden meiner Meinung nach zu stark sein, weil die australische Verteidigung ist im Moment ein bisschen schwach und langsam Und wer wird Weltmeister? Spanien. Die Mannschaft ist sehr stark, hat einen breiten Kader und spielt aus einer kontrollierten Defensive heraus. Vielen Dank und weiterhin alles Gute! Kommentieren |
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