|
|||||||
|
|||||||
|
|||||||
Hellas - Der Heldentaten Letzter Teil
14.05.2010 06:00
Vokabeln wie „Rettungsschirm“, „Leerverkäufe“ und „Währungsstabilität“ überdecken im derzeitigen öffentlichen Diskurs den wahren Kern europäischer Einheit.
9. Gesangole und julianlange bekennen sich nach dem Ersten und Zweiten Teil auch im Dritten Teil ihres Griechenland-Epos zu unser aller hellenischen Urvätern. Die Epopöe ist nun in 12 1/2 Gesängen vollendet, Griechenlands Ehre wieder hergestellt. Als erwacht vom Schlummer, dem seligen Julian, der sehnsuchtsreiche, erhob er sich frisch vom Lager und sprach die gefiederten Worte: „Der Morgen kam. Es scheuchten seine Tritte den leisen Schlaf, der mich gelind umfing, dass ich, erwacht aus meiner stillen Hütte den Berg hinauf mit frischer Seele ging.“ Doch war er noch ganz von Traum umhüllt, dem vorgreifenden, denn nun erst bestieg unser Triumvirat den Gipfel des Parnass, dem heiligen Berg Phoibos Apollons, des weithin Treffenden. Über Wiesen, bewohnte wie unbewohnte, Felsen, schattenspendende wie Verderben bringende; durch den Wald von Eichen und Ahorn, festen Holzes, aus denen man vor Zeiten fertigte die Lanzen, die fünf Meter langen, zu schleudern sie in den troischen Feldern, nach dem Heere Hektors, des schönen Paris' Bruder und edler Führer der Troer in den Jahren der Belagerung, der langen. Um dessen Leichnam besorgt sich begab Priamos in die Zelte der Griechen, zum Mitleid zu bewegen den zornigen Peleiden Achilles. Und er konnte erweichen das Herz des Schnellfüßigen und elf Tage dauerte da die Trauer um den Leichnam, den entstellten, des Hektor, so berichtet uns Homer, der nicht Sehende. 10. Gesang Als unsere Helden herabgestiegen waren aus den Höhen und wieder von unten besahen der Wolken Lauf, verlieh ihnen Mut mit strahlenden Augen Athene. So schmiedeten sie Ränke und Pläne, es gleichzutun dem Hemerodromos Pheidippides , der einst verkündete die Botschaft, die frohe, den Führern Athens auf ihrem Hügel, dem schwer zu erklimmenden, vom Sieg über die orientalische Despotie und der Verteidigung der hellenischen Freiheit. Und so liefen unsere Heroen, mit dem Gepäck, dem schweren, auf ihren lastgeprüften Rücken, bis letztlich schmerzten die Füße, wie die Ferse des Peleiden, als er sterben musste im brennenden Troja. Ungezählte Schritte taten sie, während umlief die safrangewandete Eos beinahe den ganzen Uranos. Nektar und Ambrosia spendeten da die Olympier, den leidenden Helden, denen dünkte, sie müssten laufen ähnlich lang, wie weiland Herakles, der Ziehsohn des Amphitryon, auf der Jagd nach der Kerynitischen Hirschkuh. Als sie endlich, es war bereits die Zeit der Komplet, ankamen in der Stadt, um deren Gunst einst buhlten Poseidon und Athene durften sie rufen voll Inbrunst und Befriedigung: „Nenikekamen“, das heißt: „Wir haben gesiegt!“ 11. Gesang Unsere Helden, die liebgewonnenen, waren angelangt in der heiligen Feste, die da genannt wurde Athen, zu Ehren der Göttin, der blauäugigen, die geschenkt der Stadt einen Baum mit Früchten der Olive. Die Bewohner, die pragmatischen, zogen vor das Gewächs, das vielseitige, dem Brunnen, dem salzigen, den gestiftet Poseidon, der Strändeschüttler. Noch heute sichtbar, wo einschlug der Dreizack, des Delphine-Zähmers, unter den Dächern, den marmornen, des Erechtheions. Und so kam es, dass sie führen sollten Bünde der Hellenen, der freien, stolzen, für lange Zeit. Zum Zeichen der Macht der Stadt ließ Perikles, der Stratege, Förderer der Künste, neu errichten die Akropolis auf dem Felsen, dem hohen, die voreinst zerstört die Perser, die wütenden. Die Heroen neuer Zeit besuchten die Stätten, die heiligen, verneigten sich vor Pathos und Größe der Ahnen, genossen das Mahl in den Gasthäusern, den freundlichen, der Stadt und als sie vertrieben das Lüsten nach Speis und Trank, legten sie sich nieder auf das Lager, das weiche, duftende und göttlichen Schlummer streute ihnen auf die Lider mit strahlenden Augen Athene. 12. Gesang Landstraße. Ein Baum. Abend. Julian sitzt auf einem Stein und versucht seinen Schuh auszuziehen. Er zerrt mit beiden Händen daran, stöhnt. Erschöpft gibt er schließlich auf, holt ein paarmal tief Luft, versucht es von neuem. Das gleiche Spiel wie vorher. Ole tritt auf. OLE. Haben nun ach bestiegen Olympos, Smolikas und Parnaß, auch durchaus versucht zu messen die Kräfte am Ghiona, mit heißem Bemühen ... JULIAN. Doch: Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor ... OLE. Was bist du so schwarzgallig heute, mein Freund? JULIAN. Was soll ich sagen: Wie froh bin ich, dass ich weg bin! Bester Freund, was ist das Herz des Menschen. OLE. Es nahen sich dir wohl wieder schwankende Gestalten, die sich auch einst dem trüben Blick gezeigt? Versuch ich wohl euch diesmal fest zu halten? JULIAN. Was glänzt ist für den Augenblick geboren! OLE. Dein Fatalismus scheint grenzenlos. Ein grauhaariger Herr in altertümlichem Aufzug betritt die Bühne. Er scheint verwirrt, orientierungslos. GREIS. So kam nun dieser Ring, von Sohn zu Sohn, Auf einen Vater endlich von drei Söhnen, Die alle drei ihm gleich gehorsam waren, Die alle drei er folglich gleich zu lieben Sich nicht entbrechen konnte ... Der Greis wendet sich ab. Irrt noch einige Zeit auf der Bühne umher. Verschwindet. OLE. Verschwinde, alter Besserwisser, nicht ist die Zeit zum Fabulieren! (zu Julian:) Sollen wir es noch einmal probieren? JULIAN. „Abwechslung ist von allem das Süßeste“, sagt bereits Aristoteles, selbst nur Euripides zitierend. OLE. Imitatio humanum est. JULIAN. So lass´ denn die Spiele beginnen! OLE. Ich fühl´s, du schwebst um mich, erflehter Geist. Enthülle dich! Ich fühle ganz mein Herz dir hingegeben! Du musst! Du musst! Und kostet´ es mein Leben! Der Geist tritt auf. GEIST. Wer ruft mir? JULIAN. (Beiseite. Flüsternd.) Ecce Homo. OLE. Halt, Wahngebild: Hast einen Laut du, hast Gebrauch der Stimme – Sprich zu mir! Wenn du bei Lebenszeit erpresste Schätze Im Erdenschoß gehortet hast, Sprich davon! Steh und sprich! Der Geist nimmt die Gestalt Sebastians an und beginnt zu sprechen. SEBASTIAN. Was geht am Morgen auf vier Füßen, am Mittag auf zweien und am Abend auf dreien? JULIAN. Der Mensch! Neue Rätsel braucht das Land! Die Körper der in der Schlacht um Troja Erschlagenen fallen von der Decke. Die Bühne ist ringsum bedeckt. Der Geist scheint entschwunden. JULIAN. Gott, was hab ich getan! (Er will sinken, Ole fasst in seine Arme) OLE. Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert. Höre mich, alles hat ein Gutes! JULIAN. Was es auch sei, sprich! OLE. (Nach einigem Nachsinnen.) Ich erinnere mich, einen armen Schelm gesprochen zu haben, als ich herüberkam, der Im Taglohn arbeitet und eilf lebendige Kinder hat – Man hat tausend Louisdore geboten, wer den großen Hektor Liefert – Dem Mann kann geholfen werden. Der Geist taucht erneut in Gestalt Sebastians zwischen den Toten auf. SEBASTIAN. Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte! CHORUS MYSTICUS. Amen Sie gehen mit einem Marsche ab, indem sie die Leichen wegtragen; danach wird eine Geschützsalve abgefeuert. Der Vorhang fällt. 12 1/2. Gesang Alternatives Ende OLE. Also? Wir gehen? JULIAN. Gehen wir! Sie rühren sich nicht von der Stelle. Vorhang Kommentieren |
|||||||