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Svinica
09.07.2009 19:53
Ich sterbe.
2100 Meter über dem Meeresspiegel, am ersten August im Jahr 2006, der Ort meines Todes befindet sich am Fuße des Svinica, eines fliegenden Berges in der Hohen Tatra.
 Ketten im Nebel. |
Eintauchend in eine Wand aus grauem Nebel verlasse ich den sicheren Weg, der uns in das Tal der Fünf Polnischen Seen führen soll.
Sicher, das heißt für uns an diesem Morgen: ein schmales Band, eine unkenntliche Linie, die sich durch Felsen, Steinrampen und den immer dichter werdenden Regen ihren Weg in die Ebene bahnt. Am Rand das nasse Gras und leuchtend grünes Moos, das sich im ewigen Grau der gesättigten Luft zu erkennen gibt. Dahinter verbirgt sich der Abgrund, hunderte Meter hinab, die mit einem Schlag oder einem falschen Tritt unmittelbar überwunden werden können. Wir können Form und Farbe dieses Abgrundes nur erraten, die Sicht reicht nur bis zum Rücken des Vordermanns, das Auge ist fokussiert auf den Pfad vor unseren Füßen.
Ein Blick auf die Uhr am Unterarm, den man erst von Regenjacke und Pullover befreien muss, verrät das Alter des Tages. Es ist schon elf Uhr, und doch scheint dieser Tag schon Greisenalter zu haben. Alterserscheinungen der letzten drei Stunden: ein quälender Wind, der einen Regen mit sich brachte, den es nur auf der Luvseite eines Berges gibt. Dort glauben wir uns zu befinden.
Mehr als dieser Glaube an die Exaktheit von Karten - unhandlichem, feuchtem Papier, das wir bei jeder Gelegenheit aus unseren Rucksäcken holen, um uns zu vergewissern, dort zu sein, wo braune Linien eingezeichnet sind, kleine, talwärts strebende Höhenmarkierungen. 2300, 2200, 2100, 2000, 1900, das rettende Tal – mehr bleibt uns nicht. Nur dieses Vertrauen in Vermessung und Reduktion der Erdoberfläche auf ein dünnes, teures Stück Zellstoff hält uns am Leben, bewahrt uns vor dem Sturz in die unbekannten Tiefe.
Wir; das ist an diesem Morgen, der für uns schon in der Dämmerung um halb fünf beginnt, eine achtköpfige Gruppe, vier Männer, vier Frauen, im Kampf gegen die Gipfel der polnischen Tatra, gegen die Furcht, vom Regen aufgeweicht zu werden, Halt zu verlieren. Der nun eingeschlagene Abstieg ist schon Belohnung für einen ersten Sieg: das Erreichen des Svinica, 2300 und einen Meter hoch thronend über dem Meeresspiegel. Oder auch: über Normal Null, denn dieser Spiegel, in dem sich kein mir bekannter Berg spiegelt, existiert nur in unserer Phantasie.
Nein, wir hören auch nicht das Meer, als wir um halb zehn morgens, nach dreieinhalb Stunden Marsch durch steilen Fels den windigen Gipfel erreichen. Entlang rostiger Ketten, an die wir uns klammern müssen, um den freien Fall zu vermeiden. Die versprochene Weite des Blickes in alle Himmelsrichtungen, über die Täler und Berge der polnischen Karpaten, der Thron über den Gipfeln der Umgebung, die trotz Jahrtausende währender Anstrengung nicht so hoch in den Himmel ragen wie eben jener Svinica, bleibt unseren Augen verwehrt. Stattdessen bläst ein frostiger Wind und erste Tropfen fallen auf unsere Jacken und zwingen uns, die Rucksäcke mit Schutzhüllen zu ummanteln. Die Rucksäcke, die unser ganzes Reiseleben beherbergen: Proviant, Zelt, Gaskocher, der warme Schlafsack, Hosen, Pullover, trockene Socken, und Geld für drei Wochen fernab deutscher Sparkassen.
Begleitet von anderen Wanderern, zumeist Polen oder Slowaken, die einen spektakulären Grenzübergang in ihre Heimat wagen, fliehen wir vom Gipfel, der im nahenden Unwetter immer unwirtlicher wird. Was beim Aufstieg eine Sache der Kraft war, wird nun zur Herausforderung an Konzentration, Geschick und Trittsicherheit. Nicht nur die allgegenwärtige Nässe, die in alle undichten Stellen unseres Mantels dringt, macht uns zu schaffen, sondern auch der fast senkrecht abfallende Pfad, der nur mit Hilfe von Ketten und kurzen Sprüngen bewältigt werden kann. Das schmale Band scheint gerissen, nur die regelmäßigen rot-weißen Markierungen am Wegesrand versichern uns, einen Weg zu gehen, der auch im Nebel ein Weg bleibt.
 Warten. |
Die Last des Rucksacks wiegt nun noch schwerer als beim morgendlichen Aufstieg und drückt mich nach unten, als würde sie sich noch mehr vor der Lebensfeindlichkeit des stürmischen Gipfels fürchten. Mein Körper aber benötigt eine kurze Ruhepause. Ich stehe vor einer solchen Wegstelle, an der der Pfad erst zwei Meter unter mir einsetzt, dazwischen befindet sich eine kurze, aber steile Rampe aus Stein.
Gedankenlos setze ich meinen Rucksack ab und will ihn mir voranschicken, um ihn nach einem Sprung über den Felsen wieder auf den Rücken zu schnallen. Einige aus der Gruppe haben schon vor mir diese Passage bewältigt, warten auf mich und sehen, wie ich den Rucksack auf die Reise schicke, mein Leben für drei Wochen alleine den Hang hinunter befördere. Er macht aber keinen Halt an eben jener Stelle, wo der Pfad wieder Pfad wird, sondern schießt darüber hinaus, verlässt den Weg, unsere Welt und holpert mitten hinein in die Nebelwand, hinter der der Abgrund gähnt.
Uns umfängt Stille, als hätte der Regen für einen kurzen Moment ausgesetzt. Das Einzige, was wir hören, ist der Lärm eines fallenden Rucksacks. Jeder einzelne Stein, der sich meinem Leben in den Weg stellt und überwunden wird, dringt an unsere Ohren, der Ton hält ungezählte Sekunden an, ohne leiser zu werden. Erst nach einiger Zeit erstirbt das Geräusch. Entweder hat sich nun ein Felsen meines Rucksacks erbarmt und ihn an die Brust genommen; oder der Rucksack hat längst die Hangkante erreicht und fliegt nun wie ein Skispringer im freien Fall in die Tiefe.
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Ich fühle mich verwaist, fühle mich nackt, scheine alles verloren zu haben, habe nun keine Kleidung mehr, keinen Proviant, habe alles Geld verloren, was ich in diesem fremden Land bei mir hatte, bin obdachlos, mein Heim, das Zelt auf immer verschwunden oder zerstört. Doch nicht nur ich bin nun ohne schützendes Dach. Am Zelt, das Platz für acht Personen bietet, hängen die kommenden Wochen, unser ganzes Reiseleben, das uns noch durch Polen, quer durch die Slowakei bis nach Ungarn führen soll.
Nachdem die Stille verklungen ist, höre ich meine Stimme, verkündend, dem Rucksack zu folgen, eine Spur zu suchen, so undurchdringlich der Nebel, so nass das Gras, so steil der Hang auch sei. Es regt sich leiser Protest, Hinweise auf die unabsehbaren Gefahren, die das Verlassen des Weges mit sich bringt, die Angst, ich würde vielleicht endgültig meinem Rucksack folgen. Dann die Stimme eines Freundes, ich komme mit dir, du kannst das nicht alleine machen, ein kurzer Blickkontakt.
Wir weisen die Anderen an, auf uns zu warten und im Notfall laut zu schreien, uns Orientierung zu geben. Der schmale Pfad, auf dem wir uns noch befinden, wird schon nach wenigen Metern abseits des Pfads von einer Nebelwand verdeckt sein, die die Rückkehr zur Gruppe erschweren wird. Unmöglich für uns, die gleiche Route hin und wieder zurück zu gehen, im rutschigen Gras am Hang einen Weg zu finden, der auch im Nebel ein Weg bleibt.
 Im Tal der Fünf Polnischen Seen. |
Eintauchend in eine Wand aus grauem Nebel verlasse ich den sicheren Weg, der uns in das Tal der Fünf Polnischen Seen führen soll. Mir folgt mein Freund, auch er mit freiem Rücken und ahnungslos, was uns am steilen und nassen Hang des Svinica erwarten wird. Unsere Füßen tauchen in die tiefe Wiese ein, die voll gesogen vom schweren Regen am Hang klebt. Innerhalb kürzester Zeit haben wir viele Höhenmeter verloren, bewegen uns noch immer in einer grauen Welt ohne weiten Blick, ohne gebirgiges Panorama. Nirgends eine Spur eines rollenden Klumpens, der eben gerade über dieses Gras schoss. Doch dann, nach einigen Minuten erkennen wir die Umrisse bunter Gegenstände.
Hoffnungsvoll beschleunigen wir unseren Schritt, finden eine Hose, ein durchnässtes T-Shirt, finden den leicht ramponierten Gaskocher, der im Windschatten eines Felsens Platz gefunden hat. Waghalsig, ja leichtsinnig greifen wir nach den Habseligkeiten, die am Hang verteilt auf uns warten und beim Sturz offenbar aus dem Rucksack gefallen sind. Unsere Hände füllen sich mit Kleidungsstücken, mit Tüten, in denen wir sie verstauen, können uns nun nicht mehr stützen, uns Halt an Steinen geben, falls wir ins Leere treten. Vom Rucksack noch immer keine Spur. Wir wagen uns weiter hinunter, der Berg fällt nun in einem immer größeren Winkel ins Tal, das wir im Nebel nur erahnen können. Wieder finden wir ein T-Shirt und eine Unterhose.
Erst jetzt bemerken wir, dass der Regen aufgehört hat und dass die Wolke, die uns seit Stunden umschlungen hat, weiter gezogen ist. Der Nebel lichtet sich, wir sehen das Tal, sehen einen der fünf Seen. Wir befinden uns nur wenige Meter von der Kante entfernt, die das Ende unserer Suche bedeutet. Bis hierhin und keinen Schritt weiter, sonst droht der Sturz ins Bodenlose. Unsere Augen machen nicht an diesem Abgrund Halt, spähen das Tal aus, den See und den endlosen Geröllhaufen, in dem irgendwo der Rucksack oder ein Rest seines Inhaltes liegen muss. Die Sonne erhellt den Tag, eilt uns zur Hilfe.
Und tatsächlich: direkt unter uns, aus zwei- dreihundert Meter Luftlinie, trifft ein reflektierter Lichtstrahl unsere Augen – die Metalltasse, befestigt an der Außenwand meines Rucksacks!
Die restlichen Gepäckstücke werden eingesammelt, der Rückweg zum verlassenen Pfad eingeschlagen. Die Suche muss im Tal fortgesetzt werden, wieder abseits des Weges.
Doch dazu kommt es nicht. Ich trete ins Leere, verliere den festen Stein unter meinen Füßen und stürze im rutschigen Moos. Im letzten Moment greifen meine Hände nach den kurzen Grashalmen, die aus einer Felsspalte sprießen, reißen an ihnen, das Gewicht meines Körpers, zur Erde strebend, lastet auf diesen zarten Halmen. Ich liege auf dem Bauch, der Kopf dem Gipfel zugewandt, die Beine lose in die Schlucht zeigend.
Ich sterbe.
2100 Meter über dem Meeresspiegel, am ersten August im Jahr 2006, der Ort meines Todes befindet sich am Fuße des Svinica, eines fliegenden Berges in der Hohen Tatra. Meine genaue Todesstunde ist mir nicht bekannt, aber ich sehe, wie sich die kalten, nassen Grashalme, an die sich meine tauben Finger in der Not krallen, langsam von ihren Wurzeln lösen und mir in die Tiefe folgen.
Ich rutsche zunächst einige Meter auf dem bemoosten Fels hinab, bis ich auf dem Bauch liegend mit den Füßen voran über die Kante fliege, unter der die Felswand eine Vertikale bildet, die ins Tal flieht. Was bleibt, sind die entsetzten Augen meines Freundes, der reflexartig seine Hand nach der meinen wirft, erfolglos. Im Fallen sehe ich noch einmal in das Grau des Himmels und sehe auch den Gipfel des Berges, der mein Schicksal wird.
In unbewusstem Schrecken erwarte ich den knochenbrechenden Aufprall auf dicke Felsblöcke, die wie Sandkörner einer endlosen Wüste am Hang gestapelt liegen. Ich warte auf den schnellen, schmerzlosen Tod, der mir in den Rücken fällt. Ich sterbe an diesem ersten Augusttag, 2100 Meter über Normal Null.
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Mich überkommt maßlose Erschöpfung. Es ist nicht das Leben, das mich verlässt, sondern bloße Kraft, die aus meinen Muskeln weicht. Das Blut rauscht durch meine Ohren, laut spreche ich mir Mut zu, bündele die letzten Kraftreserven, die in Panik und Erwartung des tödlichen Sturzes aus meinen Gliedern geflohen waren. An der Bergwand hängend empfange ich Anweisungen meines Freundes, der mich allein Kraft seiner Worte retten will. Inzwischen habe ich an einem nassen Stein Halt gefunden und suche verzweifelt nach einer trittsicheren Stelle, die nicht vom glatten Moos bedeckt ist. Vorsichtig taste ich mich hinauf, empfange die Kommandos meines Freundes, der geduldig auf mich wartet und mir Wege zeigt, die vielleicht auch im Nebel Wege sind.
Nach gefühlten Stunden habe ich wieder das Gras unter den Füßen, dessen Wurzeln mich notfalls wieder halten würden, hoffe ich. Beschwerlich kriechen wir bergauf, mit ein paar wenigen Habseligkeiten meines Rucksacks als Beute, rufen nach unserer Gruppe, hören ihre lauten, seltsam unbeschwert klingenden Stimmen. Sie haben nichts gesehen, keinen Rucksack, kein Moos, keinen Abgrund, keinen Sturz, keine Metalltasse. Niemand war Zeuge der Suche nach dem verlorenen Gepäck. Nur mein Freund und ich. Und die Seen unten im Geröll der Ebene; der See, der im Polnischen nicht umsonst oko genannt wird. Auge.
 Auf der Suche nach dem verlorenen Rucksack. |
Auf den Weg zurück gelangt, weisen wir die Anderen an, voran zu gehen, die Tour fortzusetzen, nicht zu warten, die wir später erneut den Weg verlassen müssen, um zwischen riesigen Felsformationen einen Rucksack, eine Metalltasse zu suchen. Wir setzen uns auf den Pfad, Erschöpfung überwältigt uns, Tränen tränken meine Wangen, eine Zigarette lässt mich durchatmen.
Zehn Minuten später geht es weiter. Noch ist das Fortbestehen der lange geplanten Reise, die erst vor zwei Tagen begann, nicht gesichert. Auf dem getrockneten Weg geht es rasant hinunter ins Tal. Die Sonne steht inzwischen im Zenit und noch müssen wir den Rucksack finden, später sogar einen weiteren Berg bezwingen, um das Tagesziel zu erreichen. Erneut verabschieden wir uns von der Gruppe, die wir längst eingeholt haben, laufen, rennen, rutschen eine leicht abfallende Wiese hinunter ins Tal, dort, wo das dunkle Blau des Sees und das graue Geröll der Berge auf uns wartet, und in ihm irgendwo der Rucksack.
Die Suche beginnt von Neuem. Jede Felsspalte wird erspäht, jeder große Stein umkreist, der Hang, auf dem wir den Rucksack vermuten, mehrmals erklommen. Unmöglich für uns, die genaue Lage zu bestimmen, an welcher Stelle der Sturz erfolgte, an welchem der unzähligen Abgründe wir vor kurzem standen. Die Stunden streichen dahin, die Hoffnung schwindet, immer wieder geben wir uns eine letzte Chance, einen letzten Stein, hinter dem sich vielleicht ramponiertes Gepäck befindet. Mehrmals keimt Hoffnung auf, als Stofffetzen sichtbar werden, die an Granitblöcken hängen. Doch sind es nur alte, verwitterte Gepäckstücke, schon Jahre in dieser Wüste liegend, einst vielleicht auch von ihren Besitzern fallen gelassen und erfolglos gesucht.
Nach zwei Stunden geben wir auf. Ermüdet vom pausenlosen Bergsteigen und entmutigt von der Monotonie der Felsen, die keine Orientierung zulässt, machen wir uns auf den Rückweg und suchen den alten Pfad. Im Kopf schwirren Szenarien umher, Möglichkeiten, auch ohne Geld, ohne Zelt für die Gruppe, ohne Kleidung auf dem Ritt durch Osteuropa zu überleben, drei Wochen lang. Jäh unterbrochen werden diese Gedankengänge durch die Stimme meines Freundes, Dort, ich sehe ihn, das ist dein Rucksack, den Ausruf meines Freundes, der loseilt und in schnellen Schritten ein letztes Mal den Hang erklimmt. Doch vielleicht ist es wieder nur ein altes Gepäckstück, das Hoffnungen sät und Enttäuschungen erntet.
Das ist er, ich habe ihn, seine euphorische Stimme, der in die Höhe gereckte Daumen, ein erleichtertes Lachen aus dreißig Meter Entfernung. Wir schreien uns zu, beglückwünschen uns, er durchwühlt meinen Rucksack, zählt alles auf, was er in die Hände bekommt. Zelt, Nudeln, Unterhosen, eine beschädigte Kamera, das Portemonnaie, hunderte polnische Zloty. Ich gleiche alles ab, wenig ist verloren gegangen, kaum etwas muss ersetzt werden.
Schnell kehren wir auf den eigentlichen Weg zurück, der sich wie ein schmales Band durch das Tal der Fünf Polnischen Seen zieht. In strahlender Schönheit liegen das tiefe Blau der Seen und die begrünten Hänge der schroffen Berge vor uns, die Sonne hat längst die Herrschaft übernommen und wärmt unsere müden Körper. Doch nur wenig nehmen wir auf dem weiteren Weg von der äußeren Welt wahr, vielmehr bevölkern ein anderes Leben und ein anderer Tod unsere Köpfe.
Wir suchen nicht nach Rucksäcken, sondern nach dem zerschmetterten Körper unseres Freundes, wir beschreiten auch keinen Pfad in der Hohen Tatra, sondern einen Friedhof in Berlin, bei der Beerdigung unseres Freundes, gestorben 2100 Meter über dem Meer.
Fernab den Gesprächen der Gruppe, die wir im Laufe des Nachmittags einholen und mit denen wir den restlichen Weg absolvieren, erreichen wir am frühen Abend das Tagesziel. Es liegt am Fuße des mächtigen Rysy, dem höchsten Berg Polens. Auf den letzten Metern hinunter zur Hütte, die an einem tiefen Bergsee liegt, hören wir den Gebirgswind, der sanft über die Hänge zieht. Wir hören das Rauschen des Meeres, das uns einen sicheren Hafen für die Nacht verspricht. Wir sind angekommen, sind in Morskie Oko, dem Meeresauge.
 Morskie Oko. |
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