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Die Außenansicht der Innenwelt der Außenwelt
11.08.2010 12:00
Unsere Welt ist randvoll mit Vorschlägen, Tipps, beratenden Experten und Imperativen. Wie man sich zu kleiden hat, was man zu lesen hat, wie und was man zu essen hat oder wie man wohnen soll. Wie aber bauen wir Häuser, die die "Wohngesundheit" fördern? Eine Meditation von julianlange.
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In der Werbung einer Baufirma, die mit unbehandelten Baustoffen einen besonders naturnahen Baustil pflegt, las ich kürzlich vom „wohngesunden Raumklima“. Wohngesundheit – das fand ich faszinierend. Die Relation zwischen Körper und Umgebung ist sicher nicht unwichtig für die Befindlichkeit des Menschen, aber wann ist der Raum, in dem man wohnt, gesund? In den letzten Jahren ist viel geschrieben und gelehrt worden von der Psychologisierung der Farben. Dass beispielsweise McDonalds den Gästebereich der Restaurants farblich derart gestaltet, dass er zwar kurzfristig interessant und attraktiv wirkt, aber auf Dauer kaum erträglich. Das soll dazu führen, dass man nicht länger dort verweilt und den Platz den immer neuen Kunden wegnimmt, sondern das Konzept von fast food ernst nimmt und schnell wieder weg ist. Nun ist die Burger-Bude aber gewissermaßen ein öffentlicher Raum, niemand würde hier ein „wohngesundes Raumklima“ einfordern wollen. Wie sieht es aber mit dem eigenen Haus, der eigenen Wohnung aus? Was ist das überhaupt, die eigenen vier Wände? Nichts anderes als die Verschiebung der Außenhaut des Körpers, die einen Raum schafft, den ich als meinen Lebensraum definiere. Er unterliegt der Autorität meiner Privatsphäre, ich lasse hinein, wen ich will, ich verweigere jedem, der nicht erwünscht ist, den Zutritt. Selbst die Staatsmacht ist nicht ohne weiteres befugt, meinen Wohnraum zu betreten. Es ist also ein Innenraum, eine gesellschaftliche Verkapselung, eine Isolation, kurz ein Innen, das sich vom Außen der Welt abgrenzt. Es gibt also das Innen des eigenen Körpers: Ich, Seele, Geist, Organe, Blut, das sich eine Höhle schafft oder verschafft, darin zu leben – also ein erweitertes Innen. Die Wohnung ist somit zwar schon ein sozialer Raum, im Gegensatz zu meinem Körper, aber ein exklusiver, Eintrittsbefugnis erteilt der Geist (oder Herr) des Hauses. Kann nun die Wohngesundheit – also die Gesundheit des erweiterten Innen – die Gesundheit des Geistes (des Innen im engeren Sinne) positiv oder negativ beeinflussen? „Das würde mich auf Dauer aggressiv machen“, sagt man manchmal, wenn man eine allzu grell gestrichene Wand sieht, aber welchen Einfluss können die Baustoffe haben, die zum Hausbau verwendet wurden? Sie können das Gewissen beruhigen, das seit vielen Jahren medial konditioniert ist, sich schlecht zu fühlen, ob der Umweltbelastungen, die der Mensch verursacht. Aber das kann auch nicht der Grund dafür sein, dass es die Gesundheit des Bewohners fördern solle, wenn der erweiterte Innenraum (Haus) aus natürlichen Materialien errichtet wurde. Kann eine intakte Wohngesundheit (also die Funktionstüchtigkeit des erweiterten Innen) auch ein krankes Innen (Seele, Geist, Psyche) heilen helfen? Kommentieren |
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