Jung(e) sein. Peter Broderick im Steinbruch Duisburg.

geposted von johanna
17.10.2010 22:39
Überlegungen zu Mut und Dauer.


  Peter Broderick.
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23 Jahre alt und die letzten drei Jahre nur getourt. Mit 20 Jahren aus Portland nach Dänemark gezogen, um mit der Lieblingsband (Efterklang) spielen zu können. 14 Platten veröffentlicht seit 2007, zu viele Kollaborationen, um die Zähllust zu behalten, Videos macht er auch, Fotografien sowieso. Wenn man ein wenig über Peter Broderick liest, denkt und spricht man schnell über Dinge, die den persönlichen Eindruck wie unter einer Riesensahnehaube fast verschwinden lassen.

Als Peter Broderick in Duisburg aus dem Zuschauerraum auf die Bühne klettert, im gemütlichen Wohlpullover, um seine Vorband (das zweite Einmann-Projekt) bei einem Song zu unterstützen, beeindruckt mich etwas ganz Anderes: er. Der einfach da ist und sich Mühe gibt. Der mit so viel Liebe und Hingabe für sich und uns spielt. Der dabei ganz viele Fehler macht und dann lacht und sich ein bisschen über sich selbst ärgert und es dann einfach noch mal macht. Oder einfach das Instrument wechselt.


Ja, er ist mutig. Und wie. So eine große Menge verschiedener Melodien zu managen, Orte und Schönheiten im fliegenden Wechsel miteinander bekannt zu machen. Ideen, die wirklich gut sind, nicht lange auszuspielen, sondern nur anzudeuten. So explizite, konkrete Texte zu schreiben, dass sie der Banalität nur deswegen nicht zum Opfer fallen, weil sie nicht mehr sein wollen als sie sind. Alles geben, was man hat.

Seine Musik ist interessiert. Sie sucht die eigenen Horizonte, Möglichkeiten, diese zu überschreiten. Hier geschieht so viel so schnell nacheinander, dass irgendwann plötzlich ganz viel auf ein Mal passiert – da werden so viele Live-Einspieler übereinandergelegt, bis ein Song am Ende gleichzeitig die ganze eigene Geschichte ist. Peter Broderick ist von einem Moment auf den anderen in einer ganz anderen Ecke der Bühne und da steht auch schon das nächste Lied vor einem. Und merkwürdigerweise wird das ganze Geschehen gleichzeitig von Ruhe getragen.

Die Stillen, die Peter Broderick über den gesamten Abend produziert, zulässt, werfen einen auf sich selbst zurück. Diese Leerstellen, die wir selbst sind, nur wirklich da als Aktion, sie werden mir sehr klar an diesem Abend. Und noch mehr als die Musik selbst, beeindruckt mich die Art, Musik zu machen: wirklich bedingungslos Musik zu sein. In diesem Moment. Sehr wesentlich. Das Gefühl dauert an.


Als auf seine Frage, ob man lieber ein Klavier- oder ein Violinenstück als Zugabe hätte, jemand ruft, „Both“, lächelt Peter Broderick: „Interesting.“ Und spielt beides.


www.peterbroderick.net
www.myspace.com/peterbroderick

Kommentare

18.10.2010 12:25
chasinkairos
wo ist der button? i like!

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