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Daft Punk meets The Eagles
17.04.2011 16:00
Das einstige Popland Großbritannien liegt brach – da kommen Metronomy gerade recht. In neuer Formation und furiosem Sound geht es an die Englische Riviera!
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Dass The English Riviera nicht wie sein furioser Vorgänger klingen würde, konnte man erwarten. Neue Veröffentlichungen von Metronomy fußen stets auf neuen Ideen, haben immer ihren speziellen Klang – dessen Grundrhythmus Frontmann Joseph Mount vorgibt; er ist der Kopf und die Konstante der Band. Ursprünglich aus Devon kommend, zog es ihn zur Ausbildung nach Brighton, wo er seine Zeit hauptsächlich damit totschlug, Songs auf dem Computer aufzunehmen. Mit dem ersten Produkt heimischer Frickelei namens Pip Paine (Pay The £5000 You Owe) debütierte Metronomy im Jahr 2006. In dem Gold Panda-ähnlichen Klanggewusel zeichneten sich schon damals die verfangenden Mount-typischen Strukturen ab. Die erste Band-Formation bildete Mount dann zusammen mit Gabriel Stebbing und dem Uralt-Pullover tragenden Oscar Cash. Zwei Jahre nach dem Debüt erschien Nights Out – für viele zu Recht das Album des Jahres 2008. Nights Out klingt wie ein durchgemachtes Wochenende, ein tumultöses Auf und Ab an synth Pop und elektronischen Beats, hat laute Momente („A thing for me“) und singt den Hörer im nächsten Moment in den seligen Schlaf („On Dancefloors“). Die Hits "My Heart Rate Rapid" und "Heartbreaker" haben seither schon so manche Indie-Party entstaubt. Nicht genug für Gabriel Stebbing, denn dieser verließ schließlich in Freundschaft (Mount produziert nun Stebbings Eigenprojekt Your Twenties) die Band. Für den neuen, am Montag erscheinenden Longplayer kommen dafür Anna Prior am Schlagzeug und Gbenga Adelekan am Bass hinzu. Aus dem Trio wird ein Quartett – was den Live-Auftritten (s. unten) zu neuer Klangvielfalt verhelfen soll: “It has taken a while, but now we don’t use backing tracks or anything like that, it is all completely played and so is more of a spectacle”, freut sich Mount. Um den neuen Möglichkeiten gerecht zu werden, ging es für The English Riviera das erste Mal in ein Studio im Osten Londons. Erschwinglich geworden nicht nur durch den Erfolg, sondern auch durch die Folgen der Rezession. “We did it in a studio called the Smokehouse, run by a proper old school guy who is always talking about the Faces and Led Zeppelin”. Das dritte Metronomy-Album beginnt mit Meeresrauschen, melancholischen Streichern und Möwengeschrei. Danach wird die Küste verlassen und mit ihr auch das elektronische Brimborium des Vorgängers. Leichte Anleihen aus Nights Out hat am ehesten noch „The Bay“, die restlichen Songs aber überraschen mit nachdenklichen Klängen und hüpfendem Funk. Ein gutes Beispiel dafür ist „The Look“, neben „She wants“ der ausgerufene Hit des Albums. Damit die Tanzflächen-Atmosphäre nicht gänzlich verloren geht, fährt das Quartett mit „Corinne“ schwere Geschütze auf. „Some Written“ suhlt sich in seiner poppigen Lässigkeit und driftet am Ende in eine psychedelische Richtung. Neu sind auch die Frauenstimmen, neben Anna Prior lässt in „Everything Goes My Way“ Roxanne Clifford von Veronica Falls ihr dezentes Stimmchen erklingen. Angekündigt als Mischung aus Daft Punk und The Eagles, weiß Mount mit einem weiteren Einblick in die musikalischen Wurzeln von English Riviera zu überraschen. „I remember hearing ‘Dreams’ [Fleetwood Mac], I was like, ‘Oh fuck I hate this song. I don’t know why, but I hate it so much.’” Doch mit den Jahren änderte sich seine Einstellung. “A few years ago, I bought 'Rumours', and when I heard ‘Dreams’ I thought, ‘Oh my God, this is completely amazing.’ Being as cocaine-fuelled as they were and also doing this amazing music, which is also really catchy, that’s pretty impressive.” Catchy sind auch die Songs auf The English Riviera und doch verwehren sie sich erfolgreich dem Einheitsbrei. Wer schon Nights Out liebte, wird sicher nicht enttäuscht. Und doch, manchmal fehlt einem das dreckige Getöse des Vorgängers, das diesmal im Studio ganz gezielt glattgebügelt wurde. Ihren britischen Charme verlieren Metronomy dadurch jedoch nicht. Auf Tour geht es unter anderem hier: 9.5. Berlin - Lido 10.5. Hamburg - Übel und Gefährlich 18.5. Ö-Wien - Chelsea 13.8. Hamburg - Dockville Festival Kommentieren |
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