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The Rapture - In The Grace Of Your Love
22.08.2011 10:00
Am 2. September laufen die Plattenspieler heiß: The Rapture lädt zum Dance-In.
----Unter feuchtfröhlicher Mithilfe von DFA-Records darf der geneigte Musikliebhaber jetzt schon in das neue Album reinhören. Das werte Zwischennetz liefert mal wieder gute Musik frei Haus. Warf noch am Freitag The Weeknd (artifarti berichtete) sein neues Mixtape per Downloadlink auf den Markt, kursiert seit einigen Tagen auch ein Stream vom neuen The Rapture-Album auf Vimeo – hochgeladen von DFA-Records höchstpersönlich. Seitdem bekannt wurde, dass Philippe Zdar von Cassius als Produzent an dem Rapture-Sound feilen dürfte, fällt da der Klick nicht schwer. Während der Leser nun also die ersten Takte von „In the Grace of your Love“ vernimmt, seien hier wenige Worte über die Band verloren, die mit „Echoes“ einst dafür sorgte, dass der engbehoste Indie-Fan seine Bettwand mit neuen Postern tapezierte. "House of jealous lovers" und "Sister saviour" sind Reizwörter, die einmal gelesen im menscheigenen Klanggedächtnis Schlagzeuge zum bersten und Stimmen zum ächzen bringen. Da kann selbst der Introvertierte nicht mehr und intoniert die unvergessenen Hits, die ohne viele Wörter auskamen: Redundant und right in your face. Die Presse überschlug sich, Pitchfork hievte das Album 2003 auf den ersten Platz der hauseigenen Jahrescharts. Zeitweise titulierte man The Rapture als die „Disko-Strokes“, weil der bandeigene Groove selbst die Tanzsohlen der verkopftesten Redakteure kitzelte. Der Verweis auf andere Größen des Genres kam nicht von ungefähr. Doch die Lust an dieser Stelle ebenfalls in den schier endlosen „das-gabs-alles-schon,-das-ist-auch-nicht-mehr-neu“-Diskurs miteinzustimmen, ist gering. Was ist das: „neu“? Wenn wir eine Verweiskette aufmachen wollen, wo wäre ihr Beginn? Wikipedia sagt, das erste Instrument, eine sogenannte Knochenflöte, sei 35.000 Jahre alt. Aha. Reicht es, wenn man dem Punk ein Post vorschaltet – wie man es gemeinhin tat, um für The Rapture eine Schublade aufzumachen? Wikipedia sagt "House of jealous Lovers" sei ein "dance punk track, with a rave influence". Aha. Die neue Platte zumindest ist weder Punk noch Post. Schließlich ging es für The Rapture zurück zum DFA-Label, das auch schon „Echoes“ produzierte. Also zurück statt nach vorne? Nein, ganz im Gegenteil! Frontmann Luke Jenner machte nach dem weniger beachteten aber doch zu schätzendem "Pieces of the people we love" eine schwierige Entwicklung durch. Den – heute fast zum guten Ton jeder Bandgeschichte gehörenden – Auflösungserscheinungen von Teilen der Band (Soloversuch von Matt Safer, dem Bassisten) folgten persönliche Lebenseinschnitte. Jenners Mutter nahm sich das Leben, er selbst wurde Vater. Sein ambivalentes Verhältnis zu seiner Mutter greift „Miss you“ auf, in dem es heißt „I would miss you, but, oh, how I miss you/ Always thought I could forget you but I can’t forget you…/ When I see your face, it just tears me up inside“. Jenner nahm in Folge seiner Selbstsuche gar den katholischen Glauben an. Am Ende stand die Rückkehr zu der Band, deren Feuer schon annähernd verloschen schien. Wie man durch die Cassius-Einflüsse erwarten durfte: „In the Grace of your Love“ vermischt Rapture-typische Elemente mit einem Potpourri aus Pop und elektronischen Anleihen. Mehr noch, das knallende „Come back to me“ beispielsweise überrascht mit hüpfendem Akkordeon-Beat - definitiv ein Highlight der Platte. Der Titeltrack „In the grace of your love“ hat Anleihen bei den Foals (oder haben die Foals Anleihen bei The Rapture? Was war noch einmal "neu"?) und „Roller Coaster“ ist mit einer ganz fiesen Rockgitarre hinterlegt: hier purzelt einiges durcheinander. Die Vocals stehen im Vordergrund und klingen jetzt insgesamt cleaner, eben poppiger als in den Vorgängern. In der ganz starke Single „How deep is your love“ klatschen die Hände zu einem Piano-takt, schließlich mündet die frenetisch wiederholte Titelzeile in pumpendem Saxophon Geträller. Keine Frage, dieser Song hat das Zeug zum abendlichen Dancefloor-Schubser. Aber eine Single mit diesem Titel kann ja sowieso nichts falsch machen. Falsch macht man wahrscheinlich auch nichts, wenn man einen Ausflug zum diesjährigen Berlin-Festival wagt. The Rapture geben dort ihr neues Album Live zum Besten. Weitere Termine im deutschsprachigen Raum sind u.a.: 5. November, Werkstatt Köln 8. November, 591 Munich 9. November, Knust Hamburg Die 11 Songs umfassende Scheibe kommt am 2. September in die Plattenläden. Kommentieren |
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