|
|||||
|
|||||
|
|||||
Dichtung ist Wahrheit!
13.06.2010 12:00
Sagt Der dichte Fürst. Und schreibt Gedichte über die Liebe, die der Wahrheit so nahe kommen, wie es einst nur Goethes empfindsame Verse taten. Nun ist Goethe schon lange tot, sein Erbe auf dem Thron deutscher Dichtung scheint seit jeher vakant. Doch das Interregnum findet sein Ende, Weimar weicht Hamburg, Dichtung wird Leben, ist Liebe.
Als Goethe 27 Jahre alt war, das war weiland im Jahr 1776, hatte Götz mit der eisernen Hand schon schwäbisch gegrüßt, Werther sich mit seiner eigenen gerichtet und der Dichter höchstselbst mit der Übernahme politischer Ämter in Weimar finanziell längst ausgesorgt. Zu unser aller Dichterfürst, zum Nationalpoeten und geistiger Autorität in allen Lebensfragen, war er zwar zu diesem Zeitpunkt seines Lebens noch nicht gereift, der Weg dahin aber war vorgezeichnet: einen Kieferknochen, eine Handvoll bedeutender Bühnen- und Romanhelden, begabte Freunde, viele unglückliche Liebschaften und italienische Reisen später dichtete sich der Weimarer Geheimrat in den literarischen Olymp, von dem er seit jeher auf uns Nachgeborene hinabschaut. Der dichte Fürst, jener ambitionierte wie talentierte Poet, der die rechtmäßige Nachfolge des klassischsten aller Deutschen anzutreten hofft, zählt nun auch schon 27 Jahre – so viel sei an dieser Stelle über den werten Autor verraten, bevor er dem Barthes’schen Tod zu erliegen hat. Nun ist er weder Geheimrat noch interessiert ihn die Farbenlehre (er vertraut da einfach dem guten alten Herr Newton), ebenso wenig haben seine Werke – bisher – Eingang in den Bildungskanon gefunden. Und doch hat er dem Dichterfürsten etwas voraus: den Erfahrungsschatz abenteuerlicher Reisen. Während Goethe edle Einfalt und stille Größe erst mit Ende Dreißig kennen lernte, bereist Der dichte Fürst derzeit die andere Halbkugel unseres Planeten. Bevor er seine mehrmonatige Bildungsreise nach „Down Under“ angetreten hat, schuf er ein lyrisches Werk, das die Leser hierzulande nur sehnsüchtig auf eine baldige Rückkehr und neue produktive Schaffensphase hoffen lässt.
Im vergangenen Winter ist sein Gedichtband „Liebe stellt diese Fragen nicht“ in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren im Selbstverlag des Autors erschienen. Innerhalb kürzester Zeit fand das schmale Heft, gestaltet vom Hamburger Designer Herr Metag, auf der Straße, im Internet und auf anderen geheimen Wegen reißenden Absatz und treue Leserschaften in Hamburg, der Heimat des dichten Fürsten, und später im ganzen Land. „Liebe stellt diese Fragen“ enthält 33 Liebesgedichte, die nahtlos an jene deutsche Dichtung anknüpfen, die einst der Schönheit ihre Form aus dem erhabenen Gefühl gegeben hat; an Klopstock und Hölderlin, an Goethe und Schiller, an Eichendorff und den frühen Rilke. Schon die Wahl der iterarischen Gattung, der Lyrik, ermöglicht es dem jungen Poeten, sich gegen den Trend seiner Zeit zu setzen, mit anachronistischen Verweisen auf die Großen seiner Zunft und einer eigenen, selbstbewussten Sprache, all das wiederzuentdecken, was wir längst verloren geglaubt zu haben, all das zu neuem Glanz zu verhelfen, was in unserer heutigen Zeit, in einer auf Effizienz, Konsum und Disziplin ausgerichteten Gesellschaft, längst unter einer undurchdringlichen Schicht begraben liegt. Der dichte Fürst findet eine Sprache der Liebe, entdeckt das Schöne im menschlichen Antlitz und der Natur, findet zarte Worte des Trostes und der stillen Einkehr. Seine lyrischen Kleinode sind Erinnerungen an die große Geste, an das einfühlsame Wort, an den schamlosen Pathos, an eine Romantik, die keine Kerzen benötigt, an einen Sturm und Drang, der das Leben hymnisch feiert. Damit reiht sich der Der dichte Fürst nicht nur in eine poetische Tradition ein, die wir nicht umsonst am Gipfel sprachlicher Virtuosität ansiedeln, sondern ist mit seiner aufrichtigen Haltung, die weder das Wort „Liebe“ noch den Endreim scheut, auch das wohltuende Gegenstück zu anderen Dichtern unserer jungen Generation, die nur noch in Fragmenten und Zitaten schreiben können, die nur noch mit hilfloser Ironie und verbittertem Zynismus an der Oberfläche dessen kratzen, was wir Leben, was wir Liebe nennen. In den Gedichten des dichten Fürsten ist nichts zu lesen von Gleichgültigkeit, von Hegemann’scher Frustration, nichts von Resignation oder Überdruss. Das einzige „Über“, was man spürt, ist ein geistiger Überfluss, der sich in den Versen Bahn bricht und die Strophen zur Kunst veredelt. Nicht Goethe war es, dafür aber eine andere große Dichterin unserer Zeit, Juli Zeh, die jüngst auf die Frage, warum wir die schönen Künste überhaupt brauchen, antwortete, dass nur im Künstler jenes Ideal weiterleben kann, das nicht am postindustriellen Zeitgeist zugrunde geht, dass die Dichter in naher Zukunft jene Priester sein werden, die der Jugend von Dingen predigen, die da heißen: Persönlichkeit, Anmut und Würde. Der dichte Fürst leistet schon jetzt seinen Beitrag dazu. ___ Reise mit dem Vélo Durch die Bäume saust dein Glanz Hinein ins Grün graviert sich unsre Seele weil du mich sehen kannst ganz meinem Sehen gleich ist was diesen Stunden fehle nie in keinem Reich zu finden. Mein Geist er mag verschwinden. Doch nicht an diesem Tag und glaub, nicht in diesem Leben wenn wir uns verschwitzt auf wundersamen Wegen zwischen blauen Seen und Laub und alten Rinden von einem Rad zu dem daneben ein ewiges Versprechen geben das am Grunde jeder Wahrheit sitzt. ___ Es sind nur noch wenige Exemplare der ersten Auflage von „Liebe stellt diese Fragen nicht“ erhältlich. Bestellen kann man das Buch auf der Homepage des dichten Fürsten. Im Herbst erscheint der Band auch in gebundener Ausgabe. Ein zweiter Gedichtband ist zudem in Arbeit. Nähere Informationen gibt es auch auf seiner Facebook-Seite. Kommentieren |
|||||