Kunst, Baumwolle und harte Arbeit: Die Modemacher von Ucon Acrobatics

geposted von clemens
22.05.2010 19:43
Der berühmte Boxhagener Platz am Berliner Friedrichshain. Früher ein guter Treffpunkt für einen kleinen Ausritt zu Pferde. Deren PS parkte man in Ställen, die rundherum die Innenhöfe schmückten. Die Pferde sind verjagt: Heute sitzt dort Ucon Acrobatics und macht Kunden stilistisch sattelfest.


  Die Drei Ucons v. l.: Martin Fussenegger, Fabian Dietrich, Jochen Smuda; Foto: clemens // artifarti
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Ein dreiviertel Jahr haben die Jungs gearbeitet: Kabel verlegt, gestrichen, rausgerissen und reingebaut. Dann war er fertig, der eigene Showroom. Inklusive Lager, Grillzone, Büro und Freilufthängebereich. Freudig wird man von Label-Gründer Jochen Smuda begrüßt. "Ich zeig dir mal alles". Entschuldigende Blicke zu dem ungebügelten Interieur: Im Vorderteil des Hauses schönt Ucon gerade den Showroom. Im Juli ist die Bright, die Tradeshow for streetwear skateboarding and sneakers - da muss alles auf Hochglanz poliert sein.

Ucon Acrobatics, was ist das eigentlich? "'Architecture Acrobatics', is the fundamental ethos behind our designs, sticker campaigns and ads", heißt es in der Philosophie der Marke, die eigentlich aus der Rollsportszene (wie schon hier auf artifarti berichtet) stammt. Das Technische, Asymmetrische macht die Designs von Ucon so einzigartig - das urbane Auge des Skaters steht dafür Pate. Rollerblading wird immer Teil des Labels bleiben, auch wenn sich die Kundenverhältnisse umgedreht haben. "Nur noch 10-15 Prozent unserer Käufer stammen aus dieser Szene - früher war es genau anders herum". Und noch etwas ist neu bei Ucon: zweimal im Jahr arbeitet man außerhalb der eigentlichen Line mit Künstlern zusammen, macht "Artist Features", gibt ausgewählten Kreativen die Möglichkeit, eigene Designs zu entwerfen.

Vorbei am Ucon Atelier geht es Richtung Lager. Von hier aus werden die Bestellungen eingetütet und an den stilbewussten Kunden verschickt. Durch die Gänge wuselt Fabian Dietrich. Die neue Nr. 3 bei Ucon zieht gerade das frisch erworbene 3D-Modell an. In kommenden Katalogen wird den Kunden ein Rundherum-Blick auf die akrobatischen Kleidungsstücke ermöglicht. "Wir produzieren gerade den Katalog für den Sommer 2011", sagt Jochen und grinst über mein erstauntes Gesicht. So weit im voraus? "Die Menschen da draußen sind nicht so schnell. Bis die Röhrenjeans aus Schweden kamen, dauerte es auch ein wenig."


  Artist Feature: Mario Hugo in der aktuellen Sommerkollektion

Offiziell zum Verkauf steht aber seit dieser Woche erstmal die diesjährige Sommerkollektion. Verantwortlich für das Design zeigt sich Mario Hugo. Der Künstler aus New York schafft Neues aus alten Büchern, entwarf u.a. schon Plattenvover für Beck und ist farbenblind. Seine abstrakten Graphiken belässt er in schwarz-weiß mit geringfügigen andersfarbigen Highlights. "Wir sind immer auf der Suche nach Sachen, die uns gefallen. Manche Künstler verfolgen wir schon länger und sprechen sie dann einfach an", erklärt Smuda den Werdegang eines Features. Man trägt das finanzielle Risiko, um relativ unbekannten Künstlern eine Plattform zu geben.
Wo hört die Mode auf und fängt die Kunst an, fragt man sich.

Schüttelnde Köpfe. Mit Kunst hat das nicht viel zu tun - da ist man sich einig. "Das sind eher Kunststückchen". Aber man versieht die Mode teilweise mit einem spielerischen Element, sodass der Träger selbst herausfinden kann, wie er den Stoff tragen möchte. In der neuen Kollektion wäre da beispielsweise das Loop Top aus der Frauenkollektion zu nennen, das die Dame von Welt in etwa wie ein Kleid, oder geschlungen um den Hals wie einen Schal-Top tragen kann: "Ein tragbares Showpiece".

Kommentare

22.12.2011 13:07
Rachelle19Myers
That's understandable that money makes people disembarrass. But how to act when someone has no cash? The only one way is to receive the mortgage loans or just collateral loan.
26.08.2011 20:09
MAYNARDJennie
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