Soziologie kommt aus der Mode: Kleidung von Eleanor Rot

geposted von gast
05.06.2010 19:19
Gerade noch studierte sie Soziologie in Berlin, jetzt entwirft sie Mode in Portugal. Die Designerin Nora Oertel erzählt wie ihr Modelabel Eleanor Rot entstand, wie sie die Welt verändern will und wie Konsumkritik und Genderfragen irgendwie kreativ machen.


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Es begann zur Jahreswende 2007/08 in Berlin. Der perfekten Stadt für kreative Experimente und vielseitige Inspiration. Bei mir kamen dann so einige Sachen zusammen: Ich stieß auf das Buch "Digitale Boheme" von Sascha Lobo und Holm Friebe und fand die Idee faszinierend, dass das Internet den Kreativen und Freigeistern unglaubliche Möglichkeiten zur Vernetzung, Vermarktung und Unabhängigkeit von konventionellen Anstellungsverhältnissen bietet.

Im Rahmen meines Soziologie-Studiums begann ich mich mit diesen Ideen zu beschäftigen. Gleichzeitig wurde ich meinen Studi-Nebenjob ziemlich leid und hatte die Idee meine Klamotten - die ich mir seit jeher selber nähte - zu verkaufen.

Zunächst begann das im kleinen Kreis unter Freunden, doch irgendwann stieß ich auf DaWanda (was damals auch noch ziemlich in den Kinderschuhen steckte) und später dann auf Etsy. Da ich keine Person bin, die sich gerne zum Verkauf auf Märkte stellt und die Kommissionsprozente in Läden meistens horrend sind, war die Lösung, meine Sachen über diese Internetplattformen an die Frau zu bringen ideal. Plötzlich konnte ich, ohne großen finanziellen Aufwand, meine Sachen weltweit verkaufen.
Der Liebe wegen verschlug es mich dann nach Porto. Seit ca. 1 1/2 Jahren bin ich nun in dieser wunderschönen Stadt und ELEANOR ROT ist mitgekommen. Durch den Onlineverkauf war der Umzug kein Problem und der Übergang klappte so gut, dass ELEANOR ROT anfing mehr als nur mein Hobby oder Nebenjob zu sein, sondern meine Hauptbeschäftigung.

Ich verkaufe auch in einigen Läden, wo die Leute meine Sachen anfassen und anprobieren können - der Verkauf Online gefällt mir aber nach wie vor am besten. Ich kann meine Kleider so günstiger verkaufen, da ich keine hohen Prozente an einen Laden zahlen muss. Außerdem funktioniert hier der direkte Kontakt zu den Kunden besser: Ich kann sie selbst beraten und ihre Fragen beantworten und bekomme somit auch ein direktes Feedback für meine Arbeit, was mir immer sehr wichtig ist.



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ELEANOR ROT ist unter anderem aus einer kapitalismuskritischen Haltung heraus entstanden. Als Konsumentin von Mode war ich es leid, mir nur die von den großen Ketten produzierte Massenware leisten zu können. Insofern versuche ich meine kleinen und individuell gestalteten Kollektionen für meine Kunden zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Ich möchte keine billige Massenware produzieren aber auch keine rein exklusive Luxusmode. ELEANOR ROT soll ein dritter Weg sein.

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